Ergebenheit, ich freue mich auf dich …

Der Gedanke an (sexuelle) Unterwerfung ist seit gestern wieder stark in mir.

Hätte ich den Blogbeitrag über meine persönliche Einordnung des Fußfetisch bloß nicht geschrieben und ein bestimmtes Foto bei Twitter nicht gesehen, mir schwirren starke Gedanken im Kopf herum. Das klingt jetzt nicht so super positiv, ist aber nicht negativ gemeint. Allerdings überrascht mich die Intensität der Gedanken schon ein wenig.

Ich bin eher dominant, wie es auch bei Joy zum Beispiel so schön heißt. Inzwischen habe ich meinen Status dort zwar auf „Switch“ geändert, die Grundstimmung ist aber noch richtig. Dass ich auch eine devote Facette habe, wusste ich schon länger, konnte sie aber bislang nicht ausleben. Das würde ich gern mittelfristig ändern und dabei steigen mir tatsächlich ein bisschen die Tränen in die Augen … nicht vor Traurigkeit – die Vergangenheit ist, wie sie war –, sondern vor … emotionaler Weichheit, Sanftheit, Sehnsucht.

Blumfeld sagt es in seinem Lied „Neuer Morgen“ genau richtig:

[…] Mach dich frei – von allen falschen Zwängen Nimm dir Zeit – und lern dich selber kennen

Und das möchte ich in Zukunft mehr tun, um diesen relativ unbekannten Aspekt von mir näher kennenzulernen und zu begrüßen. Denn auch, wenn ich ein bisschen unsicher bin, was mich erwarten wird, bin ich neugierig und aufgeschlossen. Und abenteuerlustig.

Ich habe das Gebiet bereits einmal mit einer Partnerin ein wenig betreten, das ist etwa 15 Jahre her. Ich erinnere mich noch sehr genau: Sie zog mich damals aus und legte mir eine relativ dicke Kette um, die sehr kalt war. Dann zog sie mir eine schwarze Strumpfhose an, band meine Hände mit Handfesseln und wir kuschelten auf dem Bett. Später beugte sie mich über die Sofalehne und probierte die Gerte an mir aus. Das war eine etwas verstörende Erfahrung, weil ich Angst vor den Schlägen bekam, was ich auch sagte. Außerdem scheint die Rückseite meines Körpers auch sehr stark auf Schläge zu reagieren, denn ich bekam fast sofort heftige Striemen. Noch etwas später an dem Tag saß sie dann auf der Couch und ich zu ihren Füßen auf dem Boden, das war sehr schön.

Die Spielbeziehung ging dann etwas später aus anderen Gründen auseinander und ich konnte den süßen Geschmack der Unterwerfung erst vor etwa 2 Jahren wieder schmecken, allerdings in etwas anderer Form, sexualisierter. Meine Ex-Partnerin und ich wogten wie Wellen hin und her, während wir Sex hatten:

Während des Sex mit meiner Ex-Partnerin gab es ähnliche Phasen wie die oben beschriebenen. Dort entwickelte es sich dynamisch mit jeder Begegnung und wechselte. Es war wie Wogen von aufgeladenen Wellen, die sich hin- und herbewegten, mal stärker, mal schwächer. Wir tanzten mit unseren Körpern, zogen uns aneinander, bedrängten uns, ließen uns wieder los. Liebkosten uns, taten uns weh, taten uns gut.

Was geht mir im Kopf herum?

Ich träume von Ergebenheit, Geborgenheit, Zuneigung und liebevoller Führung. Ich möchte meinem Gegenüber auch sexuell zu Diensten sein, keine Frage, aber mir geht es hauptsächlich um die obigen Dinge. Ich glaube, ich würde mich auch gern einmal in die vertrauensvollen Hände einer Riggerin geben, ob nun erfahren oder Anfängerin (jede fängt mal an, die Gefühle und Intentionen zählen).

Ich kann mir intensive Erniedrigung nicht vorstellen, möchte kein Fußabtreter sein. Ich bin eine gewachsene Persönlichkeit, die innerhalb und außerhalb des Spiels prinzipiell auf Augenhöhe lebt. Ich entscheide mich dafür, jemandem ergeben zu sein, dazu kann mich niemand zwingen. Ansonsten werde ich zum Wolf und zerreiße mein Gegenüber. Mich „bricht“ niemand. Niemand.

Ergebenheit aus einer Warte der Sicherheit und Stärke heraus, der Gedanke ist schön. Dann wird für mich alles möglich.


#bdsm #unterwerfung #gedanken